Hier auf dieser Seite beantworte ich Ihre Fragen und schreibe über aktuelle Themen rund um die Buchrestaurierung: 

AKTUELLES

AKTUELLES THEMA

ARSEN in Bucheinbänden

Immer mehr Bibliotheken durchsuchen ihre Bestände und Depots nach kontaminierten Objekten um Besucher und Personal zu schützen, aber das Problem betrifft natürlich auch Privatleute, Sammler und Antiquare.

In den letzten Wochen und Monaten habe ich viel zu dem Thema gelesen, mich weitergebildet und habe mir dann den in meinen Augen praktikabelsten Weg gesucht, um möglicherweise betroffene Bücher gleich bei Einlieferung oder auch schon bei meinen Kunden vor Ort zu testen und eventuell kontaminierte Oberflächen wieder zu fixieren. Das ist nach mehrstimmiger Meinung eine gute Möglichkeit, um Bücher weiterhin im Bestand und damit anseh- und lesbar zu erhalten.

Hier als Beispiel ein glücklicherweise negativer Befund:

 

In diesem Fall habe ich eine Probe vom Buchleinen aus den zerstörten Fälzen nehmen können, das sowieso entfernt werden musste, um die Probenflüssigeit anzusetzen. Normalerweise reicht natürlich auch ein minimalinvasiver Abstrich. 

Wie kommt es überhaupt zu einer möglichen  Arsenbelastung?

Die Trägermaterialien und Leime, die die Farbe und damit das Arsen an den Bezugsstoff oder das Papier gebunden haben, ermüden im Lauf der Jahrzehnte und Farbpigmente können von den Büchern abpudern, in die Luft gelangen, eingeatmet werden oder auch beim Lesen an den Händen kleben bleiben. Geniest man beispielsweise bei der Lektüre seinen Kaffee und einen oder auch mehrere Kekse, dann könnte mit diesen kleinen Köstlichkeiten das Arsen in den Körper gelangen. Das Problem betrifft übrigens nicht nur Bücher, auch Tapeten zB sind ein Thema. Doch wie gefährlich ist das denn nun wirklich?

Ist das nicht alles nur Hysterie?

Naja, es sind durchaus nicht alle Bücher aus der Zeit betroffen und man kann einfach hoffen, dass die eigenen Bücher arsenfrei sind, eine positive Grundhaltung, die aber möglicherweise der Gesundheit schadet, denn Arsen ist nun mal toxisch und kann krebserregend sein. 

Oder man nimmt die Gefahr superernst und verpackt alle Bücher sicher und luftdicht verschlossen in Spezialcontainer, was aber der bibliophilen Lust am Betrachten des häuslichen Bücherschatzes nicht gerade zuträglich ist. 

Oder man lässt verdächtige Bücher einfach mal testen.

Einige der Pigmente, die auch schon Albrecht Dürer verwendete, u.a. auch das arsenhaltige Auripigment (fotografiert 2025 im Dürer-Haus Nürnberg).

Ist der Zeitrahmen wenigstens eingrenzbar?

Betroffen sind überwiegend Bücher aus dem 19. Jahrhundert. Leider weiß man inzwischen, dass auch sehr viel frühere und um einiges spätere Objekte kontaminiert sein können, so wurde bis 1930 in Einzelfällen zum Färben von Papier und Buchleinen noch immer arsenhaltige Farbe verwendet, obwohl sie eigentlich schon längst verboten war. Und: Arsenhaltige Farben finden sich nicht nur wie lange angenommen in grünen Farbnuancen, sie können sich als Mischfarbe in quasi jedem Ton verstecken. 

Was kann man denn nun tun?

Die Verunsicherung rund um das Thema Arsen ist da und ich nehme die Fragen und Ängste meiner Kunden generell ernst, darum biete ich in meiner Werkstatt oder auch vor Ort einen Schnelltest und im Anschluß daran - wenn nötig - eine vorsichtige Oberflächenbehandlung mit einem Mittel an, das das Buch so wenig als möglich beeinträchtigt, um das Einbandmaterial oder den Farbschnitt neu zu fixieren. 

Sprechen Sie mich dazu gerne an: KONTAKT 

AKTUELLE FRAGE

"Kann man etwas bei einem Befall mit Rotfäule tun?"

"Ein großes Problem, aber ja, man kann etwas tun!" 

Auf dem Foto in der Mitte sieht man den fragilen Falz eines wundervollen Prachtbandes, Ende 18. Jahrhundert, vor der Behandlung. Ganz rechts in dem kleinen Video trage ich die letzte von vielen, vielen Schichten auf, um das Leder zu stabilisieren und die zerstörte Narbenschicht vorsichtig zu rekonstruieren. 

Aber was ist Rotfäule eigentlich? Rotfäule kann u.a. durch Fehler beim Gerben, bei der Lagerung oder auch beim Färben des Leders entstehen. Sie ist irreversibel und ihr Fortschreiten kann durch eine sorgfältige Behandlung nur aufgehalten werden. Der Schaden zeigt sich zB in solchen Abplatzungen und der Veränderung und Schwächung der Lederstruktur zu einer filzartigen Substanz, oft wird das Leder auch instabil und pudrig und zeigt mit fortschreitendem Zerfall dann einen deutlichen Substanzverlust. Typisch ist auch die Rotfärbung, daher der Name. 

Sie haben auch so einen "Patienten"? Sprechen Sie mich dazu gerne an: KONTAKT 

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